Donnerstag, 5. April 2018

Vom 7. Bergsträßer Winzerfest - nach Missouri - und zurück... was eine Postkarte alles preisgeben kann

Die Ansichtskarte der Lehrmittelanstalt Bensheim ist häufig anzutreffen. Sie zeigt die Historische Bürgerwehr der Heimatvereinigung Oald Bensem beim Aufmarschieren auf dem Bensheimer Marktplatz - eine geschickte Fotomontage. Die Ansichtskarte zeigt im Hintergrund das Fleck'sche Haus und sie wurde anlässlich des siebten Bergsträßer Winzerfestes (14. - 17. September 1935) in die USA verschickt.



Die Karte enthält neben wenigen Zeilen Text - einfache Grußworte - auch etliche Unterschriften, die im Zusammenhang mit dem Kartenmotiv und dem Bergsträßer Winzerfest stehen.

Der Text lautet:
"Vom 7. Winzerfest herzl[iche] Grüsse [Klingler]"
"Herzliche Grüse sendet Ihnen u[nd] Luise Frau Klingler"
Die Unterschriften stammen unter anderem von Joseph Stoll, Jakob Fertig, Meyer und weiteren, leider nicht sehr leserlichen Unterschriften unbekannter Personen.





Was macht diese Karte aber so besonders?
Es ist der Adressat. Josef Schober stammt aus der Küferei- und Winzerlinie, von der hier bereits berichtet wurde (Die Küferei, das Haus in der Hauptstraße und der Bildvergleich damals - heute).

Josef Schober wuchs zu einer Zeit auf, in der Arbeitsplätze rar und die Not groß war. Er war jung und ging in die Welt hinaus. Zuerst innerhalb Deutschlands und dann nach Amerika.

Seine Frau lernte er in Bensheim kennen und sie küssten sich am Brunnen in der Hauptstraße. Na, fällt jetzt der Groschen? Genau, es war der Brunnen, der erst 1989 wieder nach Bensheim zurückkehrte und er wurde gestiftet... von Josef Schobers Witwe... da schließt sich der Kreis.

Das, was er 1928 an Geld dabei hatte, sollte für die Anfänge reichen, doch was aus ihm wurde, dürfte die Vorstellungen bei weitem übertreffen haben. Was so einfach klingt, ist ein fast elf Jahre dauernder Lern- und Leidensweg, der letztendlich zu Josef Schobers Erfolg führte...

Einer eigenen Gastwirtschaft... ein Weinlokal... Schober's Wine Restaurant...


Ein weiteres Dankeschön geht an Herrn Hans Bernhard Schober, der auch diese Karte zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 30. Januar 2018

Marktplatz - Ecke Hauptstraße: Rettet, was zu retten ist!

Heute drei Ansichtskarten, die zeigen, was schützenswert ist. Denn auch wenn man sich der drohenden Gefahr am Marktplatz bewusst ist, so können diese Ansichtskarten zeigen, was bereits verloren ist und mahnend auf notwendiges Handeln hinweisen.

In der ersten Postkarte von 1904 steht es noch: Das Haus ganz rechts, Ecke Klostergasse... sehen sie es? Verloren!

Ansichtskarte von 1904: Verlag - Gebrüder Metz, Tübingen.

Das Eckhaus (zur Zeit günstiges Bekleidungsgeschäft) und die zwei benachbarten Fachwerkhäuser  (Bioladen und Reisebüro) stehen auch heute noch, aber dann... heute eine Straße, die sehr stark von den Gebäuden der Nachkriegszeit geprägt ist.

Ansichtskarte, gelaufen 1926: Graphische Verlags-Anstalt G.m.b.H. Dresden-Blasewitz

Diese Ansicht lässt bereits den veränderten Baubestand anhand der Giebel erkennen, auch am Kloster ist der Giebel und der Glockenturm anders... 


Ansichtskarte um 1960: Verlag Gebrüder Metz, Tübingen.

Hoffen wir, dass es den verbliebenen alten Häusern Bensheims nicht so geht, wie dem Eckhaus "Marktplatz, Ecke Klostergasse". Hoffen wir, dass Kultur vor Kommerz geht... sonst sehen die Postkarten in ein paar Jahren an dieser Ecke Bensheims noch trauriger aus.

Montag, 1. Januar 2018

Grieselstraße anno 1983 - Weingut Mohr

Die Grieselstraße in Bensheim in Blickrichtung Nord. Die Grieselstraße erfuhr in den 1980er Jahren erhebliche Veränderungen, so auch im Bereich der Häuser 53 und 55.

Heute befindet sich hier die - aktuelle - beliebte Gutsschänke Mohr sowie die Halle für den Winzerbetrieb.


BIAB_Stadtarchiv_Grieselstrasse_009.jpg; Quelle: Stadtarchiv Bensheim; Blick in die Grieselstraße Richtung Norden auf das damalige Anwesen "Weingut Mohr" im Jahre 1983. Foto: Dietmar Funck; digitalisiert und zusammengestellt: Frank-Egon Stoll-Berberich 2017.